1000 Mal meditiert, 1000 Mal nichts passiert.

Seit meiner Indienreise nach Dharamsala vor drei Jahren, habe ich angefangen regelmäßig zu meditieren. Anfangs habe ich es nur sporadisch praktiziert, aber seitdem ich die App Insight Timer nutze, habe ich mich inzwischen daran gewöhnt jeden Morgen zu meditieren. Die App ist ein Meditationstimer mit einer Protokoll- und Communityfunktion. Ich sehe immer am Ende meiner Meditation wer zur selben Zeit auf der ganzen Welt mit mir meditiert hat. Ich kann mich dann bei den Leuten per Buzzer „Thank you meditating with me“ für das gemeinsame Sitzen bedanken.

 

Inzwischen habe ich schon über 1000 Meditationssitzungen aufgezeichnet und bin daher sehr zufrieden über diese App. Sie hat mir sehr dabei geholfen, regelmäßig zu meditieren. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich mich jedes Mal zwingen musste, überhaupt anzufangen zu meditieren und dann auch nicht gleich wieder aufzustehen. Die Gründe weshalb wir uns damit sehr schwer tun, hatte ich bereits in einem vorherigen Beitrag erklärt. Jedoch kann ich jeden empfehlen zu meditieren, auch wenn der Anfang nicht leicht ist.

 

Hat das Meditieren nun was gebracht? In den 1000 Sitzungen ist da irgendwas passiert? Nun wie der Titel es bereits verraten hat, es ist nichts passiert während der Meditation. Wir erwarten in der Regel immer, wenn wir was machen, dass dabei was rumkommt. Nun bei der Meditation passiert im besten Falle ja auch nichts und deswegen spüren wir auch kein direktes Ergebnis. Unser Belohnungssystem wird nicht angesprochen. Keiner kommt daher und sagt, hey dein Geist schaut heute richtig klasse aus! Dagegen bei „Wow hast du abgenommen, du bist so schlank geworden“, das hören wir gerne.

 

Die Veränderungen sind da. Ich spüre, dass ich achtsamer geworden bin und damit einher, dass ich viel präsenter bin als früher. Ich habe jetzt das Gefühl mehr Kontrolle über das Leben zu haben als vorher. Jetzt, treffe ich die Entscheidungen und nicht mein Ego, der sich vollends von den Emotionen treiben lässt. Ich bin jetzt in der Lage alles vorher zu reflektieren, bevor ich reagiere. Beispielsweise, wenn ich Ärger verspüre, dann lenke ich meine Aufmerksamkeit darauf. Ich nehme mein Ärger einfach nur wahr, ohne es zu bewerten. Das nimmt dem die Energie und es verblasst schnell. Wo früher ein „Ich bin Ärger“ war, ist jetzt ein „Ich habe Ärger“ geworden.

 

Für die spirituelle Entwicklung ist Meditation einfach essentiell, um einen klaren oder leeren Geist zu schaffen. Wir suchen Antworten und Lösungen immer außerhalb, dabei finden wir sie in uns. Nur können wir sie nicht sehen, wenn lauter Gedanken unseren Geist trüben.

Share on Facebook0Tweet about this on Twitter

Ähnliche Beiträge