3 Gründe, weshalb du nicht meditieren kannst

Meditation ist inzwischen nichts abstruses mehr, dass nur von Hippies praktiziert wird, sondern mittlerweile sogar in der Business-Welt angekommen. So bieten die großen Technikkonzerne, wie Google, Microsoft oder Facebook ihren Mitarbeitern inzwischen Meditationskurse an. Natürlich nicht ganz uneigennützig, denn glückliche Mitarbeiter sind produktiver und vor allem wechseln sie nicht die Firma. In den USA ist daher schon bereits ein Meditationsboom ausgebrochen, zusätzlich gestärkt durch zahlreiche Studien, die die Vorteile der Meditation belegen.

 

Also bringt Meditation tatsächlich etwas?

Ich meditiere rund zwei Jahre konsequent jeden Morgen, seit ich aus Indien zurückgekommen bin. Mir hat es definitiv geholfen, meinen Trauerschmerz besser zu ertragen. Zudem bin ich viel achtsamer am Tag, bin „Herr“ über meine Emotionen und weniger egobehaftet. Das sind Vorteile, die ich aus der Meditation ziehen kann. Andere meditieren, um Stress abzubauen oder ihre Angst zu bewältigen. Leicht lässt sich der Eindruck erwecken, dass meditieren gegen alles hilft. Aus einer gewissen Perspektive ist es dem so, da man sich durch die Meditation von seinem Ego „distanziert“ und sich damit auch gleichzeitig von allen seinen negativen Zuständen trennt.

 

Wenn die Vorteile so ersichtlich sind, wieso meditieren trotzdem die wenigsten Menschen bzw. sträuben sich die meisten dagegen? Einige meiner Freunde interessieren sich für die Meditation, aber auch sie tun sich sehr schwer damit. Ich habe mich daher mit dem Thema befasst und drei wesentliche Gründe dafür entdeckt, weshalb es bei vielen nicht so klappt mit der Meditation.

 

  1. Dein Ego hasst es zu meditieren, weil du dadurch erkennen kannst, dass das Ego, eigentlich nur eine Illusion ist. Ich werde dazu auch später einen Beitrag schreiben, weil diese Antwort womöglich etwas abstrakt ist. Aus einem reinen Selbsterhaltungstrieb wird dein Ego sich daher mit allen Mitteln wehren und das drückt sich meistens wie folgt aus:

    Du wirst denken, dass du eigentlich keine Zeit hast.
    Dir fällt ein, dass du was zu erledigen hast.
    Du wirst unruhig.
    Du wirst müde.
    Du fragst dich, was das überhaupt bringt.
    Du hast zu viele Gedanken.
    Du hast plötzlich Schmerzen.

 

Die Liste könnte ich ewig fortführen, weil dein Ego deine ganzen Schwächen natürlich kennt. Daher ist Anfangszeit besonders schwierig und erfordert eine Menge Disziplin und Wille (das klingt natürlich jetzt nicht sehr einladend und spricht nicht unbedingt für das Meditieren).

 

  1. Du hast eine falsche Vorstellung, von dem, was meditieren ist. Ich hatte dabei anfangs immer an einen Yogi gedacht, der im Lotussitz mit geschlossenen Augen meditiert und dabei in einem Trancezustand verfällt. Oder ich dachte an einen Mönch, der sich zur Erleuchtung meditiert. Meditation umfasst aber mehr als nur den spirituellen oder religiösen Aspekt, sondern kann auch einfach für das eigene Wohlbefinden praktiziert werden und das geht auch ohne zu sitzen.Eine weitere sehr missverständliche Vorstellung, ist, dass man sich bei der Meditation konzentrieren muss. Das liegt womöglich an dem Wort Konzentration selbst. In der Regel steht es im Kontext mit ‚konzentriert lernen‘ oder ‚arbeiten‘. Daher wird es eher mit etwas Anstrengendem verbunden. Es wird oftmals gesagt, dass man sich beim Meditieren auf einen Punkt konzentrieren soll oder auf seinen Atem. Wer schafft es schon, 5 Minuten geschweige denn 1 Stunden lang, sich auf einen Punkt zu konzentrieren. Besonders als Anfänger ohne Übung – so gut wie keiner.

 

  1. Du hast eine falsche Erwartung an deine Meditation. Viele beginnen übermotiviert und versuchen gleich, 10 oder 30 Minuten lang zu meditieren. Dabei merken sie schnell wie schwierig es ist, den Kopf klar zu halten. Dann wird mit Müh und Not bis zur letzten Sekunden stillgesessen und der Kopf ist immer noch voller Gedanken. Schnell fällt das Urteil, dass es eine schlechte Meditation war und schon ist man weniger motiviert es nochmal zu wiederholen.

 

Das Meditieren birgt also viele Tücken und einfach ist es am Anfang nicht. Jedoch lohnt es sich, und man merkt die Veränderung. Man wird nicht gleich ein „besserer“ Mensch, aber umso eher ein achtsamer Mensch, der auch die kleinen Dinge im Leben nicht gleich übersieht. Was dem eigenen Glücksempfinden gut tut.

 

Im nächsten Beitrag werde ich dann Tipps geben, wie es mit der Meditation besser klappen kann.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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