Alles Karma, oder was?

„Ich tue das für mein Karma“ oder „Das ist gut fürs Karma“ – Für die einen ist das nur ein Spruch, für andere wiederum eine spirituelle Wahrheit. Das allgemeine Verständnis dahinter ist, dass man seine gute Tat in einem „Karmakonto“ verrechnen lassen kann und dann in der Zukunft in Form einer Belohnung durch das Leben wieder ausgezahlt bekommt. 


Karma stammt aus dem Buddhismus und bedeutet aus dem Sanskrit übersetzt ‚Handlung‘ oder ‚Tat‘. Die Karma Lehre ist in der buddhistischen Religion fest verankert und nimmt zur Grundlage, dass alle Phänomene unserer Wirklichkeit bedingt sind. Alles steht in einem kausalen Zusammenhang von Ursache und Wirkung, nichts existiert aus sich heraus. Karma zieht daraus seinen moralischen Aspekt und sagt, dass eine gute Handlung eine gute Folge hat und umgekehrt eine schlechte Handlung eine schlechte Folge haben wird. Also der gängigen Bedeutung schon ähnlich.

Die Frage ist jedoch: Wirkt Karma tatsächlich in unserem Leben?

Was ist mit den Menschen, die anderen Schaden zufügen?


Ein spiritueller Lehrer würde vermutlich Folgendes antworten: „Wenn du jemand schlägst, schlägst du dich„. Aber schauen wir einmal genau, was damit gemeint ist.

 

Nehmen wir also ein konkretes Beispiel aus der Arbeitswelt. Wir haben einen Chef, der seinen Mitmenschen das Leben schwer macht, indem er seine Machtposition missbraucht und seine Untergebenen psychisch unter Druck/Stress setzt. Weil eben alles in einer kausalen Verkettung steht, muss seine negative Handlung wiederum eine Ursache haben. Er muss selbst in einer stressigen Verfassung sein, denn er wird kaum aus einer Situation der inneren Zufriedenheit eine aggressive Handlung ausführen können. Mit Wasser lässt sich ja auch kein Feuer entzünden. Vermutlich steht er selbst unter Leistungsdruck oder er ist einfach nur unglücklich. Davon merken die Opfer meistens nichts, denn sie sind in ihren eigenen negativen Emotionen verfangen und tragen es wiederum an ihrer Umwelt weiter. Diese Verkettung wird unbegrenzt weitergeführt.


Das war natürlich ein einfaches Beispiel – das Leben ist jedoch viel komplexer und vielschichtiger. Die Folgen sind daher nicht immer gleich ersichtlich. Im Grunde aber möchte nur das eigene Gerechtigkeitsempfinden, die Bestätigung dafür haben, dass ein vermeintlich schlechter Mensch seine gerechte Strafe erhält. Am besten sofort und nicht erst in der weiten Zukunft, dabei ist dem bereits so.


Wichtiger jedoch ist das „gute“ Karma. Wenn wir aus Mitgefühl helfen, wird die Dankbarkeit uns große Freude bereiten. Die Menschen, denen wir helfen, werden wiederum Anderen helfen können. Auch hier setzt sich das immer weiter fort. In jedem von uns steckt das Potenzial positive Energie in unbegrenzten Mengen zu erzeugen und weiterzugeben. Energie geht nie verloren, sondern wird nur transformiert. So formen wir unmittelbar unser Leben und erschaffen unsere eigene persönliche positive Welt. Das Gute wird so weitergetragen, weil durch Ursache und Wirkung alles miteinander verbunden ist. Jeder hat es in der Hand, die Welt zu verändern. Immer.

 

„Wer ein einziges Leben rettet, rettet die ganze Welt.“ – Talmud

 

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