Der wahre Grund, weshalb du nicht alleine sein kannst

Alleine sein, das ist etwas ganz Schlimmes, zumindest für das Ego. Seine Funktion liegt nicht nur darin begründet, sich um unser menschliches Überleben zu kümmern, sondern auch um sein eigenes Überleben. In der Urzeit ließ sich auch kein Mammut alleine bezwingen, sondern wir Menschen waren immer auf die Zusammenarbeit Anderer angewiesen. Das Ego selbst wiederum kann sich am besten entfalten, wenn andere Egos existieren. Denn dann ist er ganz in seinem Element und arbeitet daran den größten Nutzen aus anderen Personen für uns zu gewinnen. Wir werden dann permanent mit Gedanken bombardiert, wie wir handeln müssen, um zu überleben. Wir müssen besser, schöner und klüger als die Anderen sein, damit wir überleben können.

 

Das Überleben der Menschheit haben wir also zum größten Teil unserem Ego zu verdanken. Jedoch spüren wir alle in unserem Herzen, dass wir mehr sind als nur unser Ego und doch fällt es uns schwer, es zu begreifen. Wir wissen nur da gibt es etwas, eine tiefere Wahrheit. Doch das Ego flutet uns mit so vielen Gedanken, dass wir uns inzwischen damit identifizieren und wir ganz vergessen haben, wer wir wirklich sind.

 

Descartes „Ich denke also bin ich“ ist daher ein sehr materieller Grundsatz, das dem newtonsche Weltbild sehr entgegenkommt.

 

Das Ego, das eigentlich der Menschheit nur als Werkzeug dient, um in der materiellen Welt zurechtzukommen, hat jetzt vollends die Kontrolle über uns. Wir leben nicht mehr, sondern überleben nur. So liegen Deterministen nicht ganz falsch, wenn sie meinen, dass der „freie Wille“ nicht existiert. Das Ego will die Kontrolle über uns natürlich behalten und jagt uns ständig Furcht ein, indem es uns eine negative Zukunft prognostiziert. Es sagt uns: wir dürfen nicht alleine sein, weil wir Freunde brauchen, damit sie uns helfen können. Wir brauchen einen Partner, damit dieser uns unterstützt. Wir müssen Kinder haben, damit sie im hohen Alter für uns da sind. Alles eben nur damit unser Körper überlebt.

 

Wir sind nun an einen Punkt der Menschheitsgeschichte angelangt, wo wir freier sind als jemals zuvor. Jedem ist die Möglichkeit gegeben, für sich selbst zu sorgen. Wir gehen einfach in den nächsten Supermarkt und kaufen uns ein leckeres Mammutsteak mit dem Geld, das wir uns selbst verdient haben. So gesehen brauchen wir eigentlich unser Ego nicht mehr um zu überleben.

 

Aber wie bereits erwähnt, das Ego kämpft auch um seine eigene Existenz und weiß uns zu meistern. Er hat nun „glücklich sein“ als Köder für die Menschen entdeckt und jetzt können wir nicht mehr alleine sein, weil wir Freunde brauchen, um Bestätigung zu bekommen. Wir einen Partner brauchen, um Liebe zu erfahren und Kinder bekommen, um uns erfüllt zu fühlen.

 

Kein Wunder wieso uns so schwer fällt alleine zu sein und warum wir davor Angst haben. Die Wahrheit ist aber, wir brauchen niemanden, um glücklich zu sein. Eine weitere Wahrheit ist auch, je besser du alleine sein kannst, desto eher mögen die Menschen es bei dir zu sein. Denn wer will schließlich schon mit jemanden die Zeit verbringen, der sich selbst nicht mal ertragen kann?

Share on Facebook0Tweet about this on Twitter

Ähnliche Beiträge