Ich verrate dir, wer du wirklich bist!

„Wer bin ich?“ – Ich glaube, das ist wohl die wichtigste Frage auf dem spirituellen Weg. Wenn du dich also jemals gefragt hast, wer du wirklich bist, dann ist es womöglich ein gutes Zeichen dafür, dass du bereit bist, diesen Pfad zu betreten.

Denn auf den ersten Blick macht es doch keinen Sinn, sich danach zu fragen, wer man ist – und außerdem ist die Antwort doch ganz einfach – oder nicht? Ich würde sagen: Ich bin Cao Hung Nguyen, habe eine Persönlichkeit, eine Lebensgeschichte, einen Körper und ein Gehirn, das es mir ermöglicht, die Welt so zu erfahren, wie sie ist usw. und so fort. Was ist also so spannend an dieser Frage?

 

Die Frage „Wer bin ich?“ ist deswegen so spannend, weil sie uns die Welt aus einer gänzlich anderen Perspektive sehen lässt.

 

Um ehrlich zu sein habe ich mich bisher vor diesem Thema gedrückt, weil es zum einen schwer zu verstehen und umso schwerer zu erklären ist – vor allen Dingen auf verständliche Art und Weise.

Wer sich mit Spiritualität beschäftigt, der wird früher oder später auf den Namen Ramana Maharshi stoßen. So wie ich es verstehe, ist er einer der bedeutendsten indischen Gurus. Viele westliche spirituelle Lehrer greifen gerne auf seine Lehren zurück. Die Lehre vom Maharshi fundiert auf der Frage „Wer bin ich?“. Man sagt, immer wenn ein neuer Jünger ihm diese Frage gestellt hat, war seine Antwort darauf: „Wer ist es, der fragt?“.

Die Antwort ist irritierend, zumal sie sich nur verstehen lässt, wenn man bereits die Ausgangsfrage verstanden hat. Die Gegenfrage von Maharshi ist jedoch ziemlich clever, denn in ihr verbirgt sich schon ein Hinweis. Darauf, dass wohl noch ein weiteres „Ich“ existiert?

Bevor an dieser Stelle ganz der Faden verloren geht, versuche ich dir die Antwort darauf, wer du wirklich bist, anhand des folgenden Beispielmodells zu geben.

Stell dir vor, dein Körper ist ein Computer, die CPU ist dein Gehirn. Dein Umfeld und die Welt, in der du lebst, ist das Betriebssystem und darauf läuft das Software-Programm „Ego“. Das „Ego“-Programm enthält alle Informationen zu deiner Person, Persönlichkeit, Lebensgeschichte, Eigenschaften usw.. Dein „wahres Ich“ ist der Benutzer des Computers.

Der Haken ist nun aber, dass du glaubst du bist das „Ego“-Programm oder einfach nur das Ego. Was auch nicht verwunderlich ist, weil die komplette Informationsverarbeitung unserer Sinne über dieses „Ego“-Programm“ läuft. Wir sind sozusagen ständig nur am „Prozessieren“ und verlieren uns so quasi in einem Gedankenfluss, der uns so real erscheint.

Diese perfekte Illusion des Erlebens führt dazu, dass fast alle Menschen sich mit ihrem Ego identifizieren und das ihr ganzes Leben lang. Manchmal jedoch, oftmals durch persönliche Schicksalsschläge getriggert, wird das Leben und sich selbst in Frage gestellt, wenn dann noch das „wahre Ich“ erkannt wird, ist man „spirituell erwacht“.

Ich hoffe, dieses Computermodellbeispiel hilft zum Verständnis, wer du wirklich bist. Ich denke damit lassen sich noch weitere spirituelle Fragen in Zukunft sehr gut veranschaulichen und beantworten. Viele spirituelle Lehrer nutzen den Film „Matrix“ als Beispiel zur Erklärung, wer wir wirklich sind bzw. was Realität ist.

Das Ego weiß nichts von deinem „wahren Ich“, das den Computer bedient. Das „Ego-Programm kann nur etwas mit Informationen anfangen, die ihm das Betriebssystem bereitstellt. Das ist für ihn die einzige Informationsquelle, die er auch verarbeiten kann. Das ist der Grund wieso die meisten Menschen nichts mit Spiritualität anfangen können.

Aber ich glaube, dass jeder Mensch tief in seinem Herzen, weiß, dass es eine „Wahrheit“ gibt, die sich nicht digital durch 0 und 1 abbilden lässt – nicht nur eine Information ist. Aber dann kommt das Ego schon mit den nächsten „Problemen“ und der kurze Moment, in dem das „wahre Ich“ durchscheint verschwindet wieder im Gedankenfluss.

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